FIW Trade Indicator

FIW Trade Indicator

Österreichs Exportwirtschaft behauptete sich im Jahr 2023 unter widrigen Rahmenbedingungen

Das BMAW veröffentlicht erste Jahresergebnisse 2023 für Österreichs Warenaußenhandel auf Basis des neuen FIW Trade Indicator, der aktuell am Institut für Höhere Studien im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft entwickelt wird und ab April 2024 laufend zu Beginn eines jeden Monats auf dieser Website veröffentlicht werden wird.

Im Jahr 2023 hat sich Österreichs Exportwirtschaft im internationalen Vergleich exzellent geschlagen. Während die realen Warenexporte im Euroraum einen deutlichen Rückgang verzeichneten, konnte Österreich ein solides Wachstum von +2,7% erreichen, was angesichts der Rahmenbedingungen als sehr großer Erfolg bezeichnet werden kann. Spiegelbildlich verzeichneten die realen Warenimporte einen massiven Einbruch (-3,6%) und lagen auch deutlich unter den Vergleichswerten des Euroraums.

IHS Nowcast

Österreichs Exportwirtschaft hat sich im Jahr 2023 im Vergleich zum Euroraum exzellent geschlagen. Trotz der widrigen konjunkturellen Rahmenbedingungen erzielte Österreich ein jahresdurchschnittliches reales Wachstum der Warenexporte von +2,7%. Das ist zwar ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Wachstum im Vorjahr (+5,9%), welches noch stark vom Aufholprozess nach Corona geprägt war, allerdings ist beispielsweise das Exportwachstum im Euroraum (Jänner bis Oktober) um -2,7% zurückgegangen (nach +4,8% im Jahr 2022).

Die realen Warenimporte Österreichs sind im Jahr 2023 massiv eingebrochen. Nach einem Wachstum von +2,9% im Jahr 2022 sind sie im Vorjahr – trotz sinkender Importpreise – um -3,6% zurückgegangen. Der Rückgang der Importe war deutlich stärker als im Euroraum (-1,1%) ausgeprägt. Zudem ist gegen Ende des Jahres – im Unterschied zum Euroraum – ein weiterer Rückgang der Wachstumsraten zu verzeichnen.

Im Zeitverlauf ist im Warenaußenhandel in den vergangenen zwei Jahren eine prägnante Dämpfung der Dynamik zu verzeichnen. Sowohl Exporte als auch Importe weisen einen deutlich fallenden Trend auf. Seit dem ersten Halbjahr 2022 sind die realen Wachstumsraten der Exporte von +6,1% auf nunmehr +2,2% im zweiten Halbjahr 2023 zurückgegangen. Bei den nominellen Werten ist diese Tendenz aufgrund der Preisentwicklung noch weitaus dramatischer ausgeprägt (von +20% auf 1,6%).

Bei den Warenimporten sind die realen Wachstumsraten von +4,0% auf -6,4% im zweiten Halbjahr 2023 gesunken. Der Rückgang der nominellen Importe ist mit dem Rückgang von +23,0% auf -11,2% atemberaubend.

Die Veränderung der realen saison- und arbeitstagbereinigten Wachstumsraten der Warenexporte und -importe gegenüber dem Vormonat geben einen Einblick in die aktuelle konjunkturelle Lage des Außenhandels. Nach teilweise deutlich negativen Werten im Jahr 2022 und im ersten Halbjahr 2023 haben sich sowohl bei realen Exporten als auch den realen Importen die Wachstumsraten im letzten Quartal stabilisiert. Dies deutet einerseits darauf hin, dass die Talsohle des aktuellen konjunkturellen Abschwungs im Außenhandel erreicht sein dürfte. Andererseits gibt es noch keine Indizien für einen spürbaren Aufschwung.

Der FIW Trade Indicator des BMAW

Statistik Austria publiziert die Daten zu nominellen Exporten und Importen jeweils zu Monatsbeginn mit einer Zeitverzögerung von mehr als 2 Monaten.

Das IHS wurde beauftragt mit State-of-the-Art ökonometrischen Methoden und zeitaktuellen hochfrequenten Daten (Wochen- und Monatsdaten) einen Nowcast (nominelle/reale Exporte und Importe, saisonbereinigt) für den jeweils aktuellen Monat (aktuell Jänner 24 / Statistik Austria publizierte November 23) zu erstellen.

Ab April 2024 wird das BMAW einen Nowcast auf Basis des Modells und jeweils zu liefernder Inputdaten des IHS erstellen.

Durch den Nowcast stehen zeitaktuelle Schätzungen der monatlichen Außenhandelsdaten Österreichs zur Verfügung (Vorsprung auf Statistik Austria > 2 Monate).

Der FIW Trade Indicator weist neben den nominellen Werten auch preisbereinigte reale Werte aus (bei Statistik Austria nur quartalsweise verfügbar). Reale Außenhandelsdaten geben vor dem Hintergrund hoher und volatiler Preissteigerungen einen exakten Eindruck über die tatsächlichen Wohlfahrtssteigerungen Österreichs durch den Außenhandel.

Die Daten des FIW Trade Indicator sind saison- und arbeitstagbereinigt. Verzerrungen durch saisonale Einflüsse bzw. die Lagerung von Feiertagen werden dadurch vermieden. Neben der exakteren Einschätzung der Wachstumsraten des Außenhandels ermöglicht dies auch eine zeitnahe Beurteilung der konjunkturellen Tendenzen im Außenhandel (Stagnation/Aufschwung/Abschwung).

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Rückfragen an:

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft
✉ Presseabteilung/Wirtschaft
☎ +43 1 711 00 805130
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Institut für Höhere Studien (IHS)
✉ Martin Ertl
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