FIW Trade Indicator

FIW Trade Indicator

Aufschwung des Österreichischen Warenaußenhandels im Juli 2026 abgeschwächt

Seit April 2024 publiziert das BMWET auf der FIW-Website monatlich aktuelle und qualitativ hochwertige Schätzungen für nominelle, reale und saisonbereinigte Warenaußenhandelsdaten auf Basis eines vom Institut für Höhere Studien entwickelten ökonometrischen Modells. Dadurch stehen aktuelle Prognosen (sog. Nowcasts) des monatlichen Außenhandels Österreichs – mit einem Vorsprung von mehr als zwei Monaten gegenüber den Veröffentlichungen der Statistik Austria – zur Verfügung. Neben den nominellen Werten weist der FIW Trade Indicator auch preisbereinigte reale Werte aus. Diese realen Außenhandelsdaten geben einen exakten Eindruck über die tatsächlichen Wohlfahrtssteigerungen Österreichs durch den Außenhandel, sie sind zudem saison- und arbeitstagbereinigt. Dadurch unterscheiden sich die Nowcasts von den von Statistik Austria publizierten unbereinigten, nominellen Werten.

Letztes Update: 14.08.2026

Laut aktueller Schätzung des FIW Trade Indicator stiegen im Juli 2026 sowohl die realen Warenexporte (+0,2 %) als auch die realen Warenimporte (+0,2 %) gegenüber dem Vormonat, nach einem stärkeren Anstieg zuletzt, nur leicht an. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die realen Ausfuhren (+3,7 %) und Einfuhren (+3,3 %) deutlicher zu. Ebenso zeigt der bisherige Jahresverlauf (Jänner – Juli 2026) eine positive Entwicklung. Im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres sind die realen Exporte um 3,3 %und die realen Importe um 3,5 % gestiegen.

Das Handelsbilanzdefizit lag im Juli saisonbereinigt bei rund 595 Mio. Euro. Real ergibt sich ein positiver Handelsbilanzsaldo von rund 209 Mio. Euro, begründet durch eine dynamische Entwicklung der Importpreise.

Internationales Umfeld ist ausschlaggebend für weitere Entwicklung

Insgesamt bleibt die Entwicklung des österreichischen Außenhandels 2026 gegenüber dem Vorjahr klar positiv. Es bleibt abzuwarten, ob der Aufschwung im weiteren Jahresverlauf beibehalten und der Aufwärtstrend der Österreichischen Außenwirtschaft nachhaltig gefestigt werden kann. Die weiterhin unsichere geopolitische Weltlage, insbesondere der weitere Verlauf des Iran-Kriegs und der damit zusammenhängenden Hemmung des Welthandels, wird maßgeblichen Einfluss darauf haben, ob dies gelingen wird.

Der FIW Trade Indicator des BMWET

Statistik Austria publiziert die Daten zu nominellen Exporten und Importen jeweils zu Monatsbeginn mit einer Zeitverzögerung von mehr als 2 Monaten.

Das IHS wurde beauftragt mit State-of-the-Art ökonometrischen Methoden und zeitaktuellen hochfrequenten Daten (Wochen- und Monatsdaten) einen Nowcast (nominelle/reale Exporte und Importe, saisonbereinigt) für den jeweils aktuellen Monat (aktuell Jänner 24 / Statistik Austria publizierte November 23) zu erstellen.

Ab April 2024 wird das BMWET einen Nowcast auf Basis des Modells und jeweils zu liefernder Inputdaten des IHS erstellen.

Durch den Nowcast stehen zeitaktuelle Schätzungen der monatlichen Außenhandelsdaten Österreichs zur Verfügung (Vorsprung auf Statistik Austria > 2 Monate).

Der FIW Trade Indicator weist neben den nominellen Werten auch preisbereinigte reale Werte aus (bei Statistik Austria nur quartalsweise verfügbar). Reale Außenhandelsdaten geben vor dem Hintergrund hoher und volatiler Preissteigerungen einen exakten Eindruck über die tatsächlichen Wohlfahrtssteigerungen Österreichs durch den Außenhandel.

Die Daten des FIW Trade Indicator sind saison- und arbeitstagbereinigt. Verzerrungen durch saisonale Einflüsse bzw. die Lagerung von Feiertagen werden dadurch vermieden. Neben der exakteren Einschätzung der Wachstumsraten des Außenhandels ermöglicht dies auch eine zeitnahe Beurteilung der konjunkturellen Tendenzen im Außenhandel (Stagnation/Aufschwung/Abschwung).

Weiterführende Informationen: Projektbericht des IHS

Rückfragen an:

Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
Sebastian Schwarz, MSc
✉ Sebastian.Schwarz@bmwet.gv.at
☎ +43 1 711 00 805618

Institut für Höhere Studien (IHS)
✉ Martin Ertl
🔗 IHS