FIW Trade Indicator
Aufschwung der Warenexporte setzt sich fort
Die internationale Nachfrage nach österreichischen Waren hat sich im ersten Halbjahr 2026 trotz geopolitischer Spannungen und handelspolitischer Unsicherheit belebt. Der FIW Trade Indicator signalisiert aktuell eine Fortsetzung der Erholung. Der Indikator für die realen Warenexporte verzeichnete im September einen Anstieg um 0,3 % gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat betrug der Anstieg 1,5 %. Im Durchschnitt lag der Anstieg in den Monaten Juli, August und September bei 2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Der solide Ausblick für die heimischen Warenexporte wird aktuell durch die positive Einschätzung der Exportauftragslage in der Sachgüterindustrie unterstützt.
Laut Schätzung des FIW Trade Indicator entwickelten sich auch die realen Warenimporte seit Jahresbeginn 2026 positiv, wenngleich nicht im selben Ausmaß wie die realen Warenexporte. Zuletzt zeigt sich aber eine leichte Abkühlung. Für September wird ein Anstieg des FIW Trade Indicator für die realen Warenimporte um 0,3 % gegenüber dem Vormonat geschätzt, allerdings ergibt sich ein Rückgang um 1,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Durchschnitt der Monat Juli, August und September betrug der Rückgang 2,2 %.
Letztes Update: 14.10.2026
Über den FIW Trade Indicator
Seit April 2024 veröffentlicht das BMWET monatlich auf der FIW-Website aktuelle Schätzungen der österreichischen Warenexporte und -importe. Grundlage ist ein vom Institut für Höhere Studien (IHS) entwickeltes ökonometrisches Modell, das hochfrequente Wochen- und Monatsdaten nutzt, um sogenannte Nowcasts für nominelle und reale Außenhandelsdaten zu erstellen.
Der FIW Trade Indicator ermöglicht eine Einschätzung der monatlichen Außenhandelsentwicklung mit einem Vorsprung von mehr als zwei Monaten gegenüber den Veröffentlichungen von Statistik Austria. Neben nominellen Werten weist der Indikator auch preisbereinigte reale Werte aus. Diese ermöglichen insbesondere bei hohen und schwankenden Preissteigerungen eine realistischere Beurteilung der tatsächlichen Entwicklung des Außenhandels. Zudem sind die Daten saison- und arbeitstagbereinigt, wodurch saisonale Einflüsse und Verschiebungen von Feiertagen berücksichtigt werden. Dies erleichtert die Einschätzung der Wachstumsraten sowie der konjunkturellen Tendenzen im österreichischen Außenhandel.
Details
Statistik Austria publiziert die Daten zu nominellen Exporten und Importen jeweils zu Monatsbeginn mit einer Zeitverzögerung von mehr als 2 Monaten.
Das IHS wurde beauftragt mit State-of-the-Art ökonometrischen Methoden und zeitaktuellen hochfrequenten Daten (Wochen- und Monatsdaten) einen Nowcast (nominelle/reale Exporte und Importe, saisonbereinigt) für den jeweils aktuellen Monat (aktuell Jänner 24 / Statistik Austria publizierte November 23) zu erstellen.
Ab April 2024 wird das BMWET einen Nowcast auf Basis des Modells und jeweils zu liefernder Inputdaten des IHS erstellen.
Durch den Nowcast stehen zeitaktuelle Schätzungen der monatlichen Außenhandelsdaten Österreichs zur Verfügung (Vorsprung auf Statistik Austria > 2 Monate).
Der FIW Trade Indicator weist neben den nominellen Werten auch preisbereinigte reale Werte aus (bei Statistik Austria nur quartalsweise verfügbar). Reale Außenhandelsdaten geben vor dem Hintergrund hoher und volatiler Preissteigerungen einen exakten Eindruck über die tatsächlichen Wohlfahrtssteigerungen Österreichs durch den Außenhandel.
Die Daten des FIW Trade Indicator sind saison- und arbeitstagbereinigt. Verzerrungen durch saisonale Einflüsse bzw. die Lagerung von Feiertagen werden dadurch vermieden. Neben der exakteren Einschätzung der Wachstumsraten des Außenhandels ermöglicht dies auch eine zeitnahe Beurteilung der konjunkturellen Tendenzen im Außenhandel (Stagnation/Aufschwung/Abschwung).
Weiterführende Informationen: Projektbericht des IHS
Rückfragen an:
Institut für Höhere Studien (IHS)
✉ Martin Ertl
✉ Klaus Weyerstrass
🔗 IHS