FIW Trade Indicator

FIW Trade Indicator

Österreichs Warenaußenhandel startet verhalten ins Jahr 2026

Seit April 2024 publiziert das BMWET auf der FIW-Website monatlich aktuelle und qualitativ hochwertige Schätzungen für nominelle, reale und saisonbereinigte Warenaußenhandelsdaten auf Basis eines vom Institut für Höhere Studien entwickelten ökonometrischen Modells. Dadurch stehen aktuelle Prognosen (sog. Nowcasts) des monatlichen Außenhandels Österreichs – mit einem Vorsprung von mehr als zwei Monaten gegenüber den Veröffentlichungen der Statistik Austria – zur Verfügung. Neben den nominellen Werten weist der FIW Trade Indicator auch preisbereinigte reale Werte aus. Diese realen Außenhandelsdaten geben einen exakten Eindruck über die tatsächlichen Wohlfahrtssteigerungen Österreichs durch den Außenhandel, sie sind zudem saison- und arbeitstagbereinigt. Dadurch unterscheiden sich die Nowcasts von den von Statistik Austria publizierten unbereinigten, nominellen Werten.

Letztes Update: 05.03.2026

Gemäß der aktuellen Schätzung des FIW Trade Indicator für Jänner 2026 waren sowohl die realen Warenexporte mit -1,2 % als auch die Warenimporte mit -1,3 % gegenüber dem Vormonat leicht rückläufig. Somit ist eine merkliche Erholung der österreichischen Exporte weiterhin nicht absehbar, gegenüber dem Vorjahresmonat blieben die realen Warenexporte nahezu unverändert (+0,1 %). Demgegenüber liegen die realen Warenimporte mit +4,1 % deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Das Defizit in der Handelsbilanz setzt sich auch zu Jahresbeginn weiter fort und liegt im Jänner saisonbereinigt bei rund 450 Mio. Euro.

Der Nowcast des österreichischen Außenhandels für Jänner pflegt sich in das allgemeine Bild der europäischen Handelsentwicklungen ein. Während sich der Welthandel zum Jahresende dynamisch entwickelte, blieb der Handel im Euroraum – insbesondere die Exporte – unvermindert träge.

Eine Durststrecke im ersten Halbjahr zeichnet sich ab

Der zögerliche Start des österreichischen Warenaußenhandels in das Jahr 2026 deutet auf ein schwieriges erstes Halbjahr hin. Insbesondere die aktuellen dramatischen geopolitischen Ereignisse werden ihre Spuren im Außenhandel spätestens ab dem zweiten Quartal hinterlassen.

Der FIW Trade Indicator des BMWET

Statistik Austria publiziert die Daten zu nominellen Exporten und Importen jeweils zu Monatsbeginn mit einer Zeitverzögerung von mehr als 2 Monaten.

Das IHS wurde beauftragt mit State-of-the-Art ökonometrischen Methoden und zeitaktuellen hochfrequenten Daten (Wochen- und Monatsdaten) einen Nowcast (nominelle/reale Exporte und Importe, saisonbereinigt) für den jeweils aktuellen Monat (aktuell Jänner 24 / Statistik Austria publizierte November 23) zu erstellen.

Ab April 2024 wird das BMWET einen Nowcast auf Basis des Modells und jeweils zu liefernder Inputdaten des IHS erstellen.

Durch den Nowcast stehen zeitaktuelle Schätzungen der monatlichen Außenhandelsdaten Österreichs zur Verfügung (Vorsprung auf Statistik Austria > 2 Monate).

Der FIW Trade Indicator weist neben den nominellen Werten auch preisbereinigte reale Werte aus (bei Statistik Austria nur quartalsweise verfügbar). Reale Außenhandelsdaten geben vor dem Hintergrund hoher und volatiler Preissteigerungen einen exakten Eindruck über die tatsächlichen Wohlfahrtssteigerungen Österreichs durch den Außenhandel.

Die Daten des FIW Trade Indicator sind saison- und arbeitstagbereinigt. Verzerrungen durch saisonale Einflüsse bzw. die Lagerung von Feiertagen werden dadurch vermieden. Neben der exakteren Einschätzung der Wachstumsraten des Außenhandels ermöglicht dies auch eine zeitnahe Beurteilung der konjunkturellen Tendenzen im Außenhandel (Stagnation/Aufschwung/Abschwung).

Weiterführende Informationen: Projektbericht des IHS

Rückfragen an:

Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
Dr. Ulrich Schuh
✉ ulrich.schuh@bmwet.gv.at
☎ +43 1 711 00 808810

Institut für Höhere Studien (IHS)
✉ Martin Ertl
🔗 IHS