PUBLIKATIONEN
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- 10.Dez.:
4. FIW-Forschungskonferenz
FIW Policy Briefs
Das FIW Projekt veröffentlicht regelmäßig Policy Briefs zu aktuellen außenwirtschaftlichen Themen. In diesen Policy Briefs soll eine Aufbereitung aktueller, politikrelevanter Informationen stattfinden. Hierbei soll insbesondere auf die spezifische Situation Österreichs eingegangen werden.
Für die Inhalte der Policy Briefs sind die jeweiligen AutorInnen verantwortlich.
Wir freuen uns über Ihre Kommentare zu den Policy Briefs. Bitte senden Sie ihre Kommentare an das FIW-Projektbüro (fiw-pb(at)fiw.at). Von dort werden Ihre Kommentare an die jeweiligen Autoren weitergeleitet.
FIW Policy Brief N° 7 (September 2010)
Peter Mooslechner
Abstract: Dass Krisen unserem Wirtschaftssystem immanent sind, hat ihre aktuellste Ausprägung eindrucksvoll in Erinnerung gerufen. Weil Finanzkrisen häufiger und intensiver geworden sind, müssen nun möglichst rasch umfassende Maßnahmen zur Beseitigung der tieferen Ursachen der Krise getroffen werden. Zentraler Ansatzpunkt dafür ist eine Reform der Finanzmärkte und ihres Regulierungsrahmens. Der poli-tische Prozess zur globalen Reform der Finanzmärkte wird von der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) vorangetrieben. In der Europäischen Union erfolgt die Umsetzung nach zwischen allen Mitgliedsländern gemeinsam abgestimmten Vorgaben. Dabei sind insbesondere drei umfassende Bereiche von Bedeutung: (i) eine neue Qualität für die makroprudenzielle Perspektive des Finanzmarktgeschehens, (ii) eine neue institutionelle Struktur der Finanzmarktaufsicht in Europa sowie (iii) Maßnahmen auf der mikroprudenziellen Ebene. Generelles Ziel aller Reformbemühungen ist die Schaffung eines leistungsfähigen, aber belastbareren und krisenfesteren Systems. Dazu müssen sowohl die Widerstandsfähigkeit der einzelnen Bank als auch des Systems als Ganzes gestärkt werden. Da sich Regulierung und Aufsicht stets in einem „interessenspolitischen Umfeld“ bewegen, bleibt abzu-warten, inwieweit die schlussendlich umgesetzten Reformen von diesen Einflüssen geprägt sein wer-den. Eine finale Lösung der Krisenproblematik für alle Zukunft wird es trotzdem nicht geben können. Vielmehr werden Regulierung und Aufsicht immer wieder an Veränderungen anzupassen sein.
FIW Policy Brief N° 6 (August 2010)
Roman Stöllinger
Abstract: Die mittel- und osteuropäischen Länder (MOEL) stellen wichtige Zielländer für die Direktinvestitions-Aktivitäten österreichischer Unternehmen und Banken dar. Seit 2001 entfielen stets über 50% der gesamten ausländischen Direktinvestitionen (FDI) auf diese Region, was sich erst 2009 durch die globale Wirtschaftskrise änderte. Umgekehrt ist Österreich für viele MOEL einer der wichtigsten FDI-Investoren. Der Finanzsektor spielt bei den FDI Österreichs eine bedeutende Rolle – mehr als die Hälfte der FDI-Bestände entfallen auf den Finanzsektor. Die globale Wirtschaftskrise hat auch die MOEL 2009 stark getroffen, mit Auswirkungen unter anderem auf den Finanzsektor. Für die in den MOEL engagierten österreichischen Banken ist vor allem der prononcierte Anstieg der notleidenden Kredite in mehreren Ländern der Region problematisch. Dies erfordert zusätzlichen Mittelbedarf – auch bei den Muttergesellschaften – für Risikovorsorgen und Kreditabschreibungen. Trotz dieser ungünstigen Entwicklungen scheinen, zumindest einige der österreichischen Banken, ihre Expansionsstrategie in der MOEL-Region fortzusetzen, denn für 2010 wurden bereits neue FDI-Projekte österreichischer Banken angekündigt, was für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region durchaus positiv zu werten ist.
FIW Policy Brief N° 5 (Juli 2010)
Doris Ritzberger-Grünwald und Julia Wörz
Abstract: Zuerst war es die Hartwährungspolitik, dann die Mitgliedschaft im Euroraum, die den Zusammenhang zwischen Wechselkursen und österreichischem Außenhandel in Vergessenheit geraten ließen. Der massive Einbruch des Welthandels im Zuge der Finanzmarktkrise und die jüngste Euroschwäche ge-genüber dem USD rückten ihn jedoch wieder ins Blickfeld. Tatsächlich reagierte der Außenhandel in Österreich in der Krise wesentlich stärker als das BIP, wobei der Handel mit EU-Partnern deutlich stärker einbrach als der Handel mit Drittstaaten. Ausschlaggebend dafür war vor allem der Nachfrageeinbruch auf den österreichischen Exportmärkten, insbesondere jener bei dauerhaften Konsumgütern, Maschinen und Fahrzeugen. Angesichts des massiven Nachfrageausfalls blieb die Wechselkursentwicklung nur von untergeordneter Bedeutung. Offensichtlich haben der Vertrauensverlust in der Krise, aber auch unterschiedliche Reaktionen von Produzenten und Konsumenten oder auch auf Firmenebene die preislich bedingten Reaktionsmechanismen stark gedämpft.
FIW Policy Brief N° 4 (Mai 2010)
Michael Landesmann
Abstract:This Policy Brief discusses the growth prospects of the Central and Eastern European (CEEC) region following the current economic crisis. It argues that the 'integration model of growth' of the CEEC region was characterised by a very high degree of external liberalisation. In one group of economies (mostly the Central European economies) the model turned out to be successful in that it did not generate strong structural imbalances (in trade and current accounts and in growing private sector savings-investment gaps) prior to the crisis. This was quite different in the other group (mostly the Baltic states and the countries in Southeastern Europe, SEE) where unsustainable imbalances developed in part traced back to historical weaknesses of the tradable sectors and in part to choices of exchange rate regimes, to the importance of remittances and to missing instruments to deal with cross-border financial market integration. The analysis suggests a number of factors which will characterise post-crisis condi-tions in CEECs (such as increased savings rates of the household sector, deleveraging, more restricted fiscal pol-icy space, etc.) and in external factors (lower growth in the most important Western European export markets, more difficult effective entry conditions to the EMU, etc.) and discusses an adjusted policy agenda.
FIW Policy Brief N° 3 (Dezember 09)
Karl Aiginger
Abstract: Die Weltwirtschaft ist 2009 zum ersten Mal seit Mitte des vorigen Jahrhunderts nicht gewachsen. Die Wirtschaftsleistung dürfte um 2% zurückgegangen sein, in den Industrieländern um 3,5%. Dies war die Folge der Finanzkrise, sie hat zu einem Einbruch des Welthandels mit Folgen auf alle realwirtschaftlichen Aktivitäten geführt. Wir beschreiben die starken Veränderungen in den Rahmenbedingungen, wie sie schon vor der Krise weltweit und für Österreich im Besonderen eingetreten sind. Dann geben wir einen Überblick über Verlauf und Ursachen der Finanzkrise, die Reaktion der Wirtschaftspolitik und die zusätzlichen Herausforderungen durch die Krise.
FIW Policy Brief N° 2 (Dezember 09)
Joseph Francois und Roman Stöllinger
Abstract: Wie in vergangenen Rezessionen verursachte auch die Wirtschaftskrise 2008-2009 Spannungen im internationalen Handelssystem. Allerdings spielen diesmal Importzölle, das klassische Instrument, um eigene Industries vor ausländischer Konkurrenz zu schützen, keine bedeutende Rolle, vor allem nicht in den Industriestaaten. Die WTO-Bestimmungen haben sich diesbezüglich als effizienter Schutz gegen ein Abgleiten in eine protektionistische Handelspolitik erwiesen. In anderen Politikbereichen hingegen, etwa bei Beihilfen und WTO-Schutzmaßnahmen, fällt die Bilanz gemischt aus. Obwohl von keinem ausufernden Subventionswettlauf die Rede sein kann, sind massive staatliche Interventionen in der Automobilindustrie zu verzeichnen. Diese kamen vorwiegend führenden multinationalen Unternehmen zugute, die ihre internationale Präsenz und Mobilität dazu nutzen, bei verschiedenen nationalen Regierungen öffentliche Unterstützungen für sich herauszuschlagen. Weder nationalen Regierungen noch der WTO ist es gelungen, kostspielige Subventionen zu verhindern. Tatsächlich dürften sich Regierungen in einem internationalen Subventionswettbewerb befinden, der von globalen Autoproduzenten initiiert wurde. Dies führte auch dazu, dass sich die Automobilindustrie über die existierenden internationalen Beihilfebestimmungen hinwegsetzen konnte. Dies stellt keinen klassischen Protektionismus zugunsten nationaler Unternehmen dar, sondern eine neue Abwandlung bei der international agierende Firmen lokale Unterstützung für ihre globalen Operationen suchen und dabei Regierungen gegeneinander ausspielen und in einen Subventionswettlauf verstricken.
FIW Policy Brief N° 1 (September 09)
Fritz Breuss
Abstract: Gerade zum 10-Jahresjubiläum hatte die Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) angesichts der „Großen Rezession“ 2009 ihre Feuertaufe zu bestehen. Im Großen und Ganzen ist ihr das auch gut gelungen. Die Einführung des Euro hat aber die latenten Wettbewerbsschwächen einiger Mitgliedstaaten des Euro-Raumes – der bisher größtenteils aus alten EU-Mitgliedstaaten besteht - offen gelegt. Kurz nach den EU-Erweiterungen 2004 und 2007 haben Malta, die Slowakei, Slowenien und Zypern den Euro eingeführt. Von den 27 Mitgliedstaaten der EU sind bereits 16 im Euro-Raum. In naher Zukunft ist mit einer Vergrößerung des Euro-Raumes zu rechnen. Das anhaltende Auseinanderdriften der Wettbewerbsfähigkeit zwischen den neuen und den alten EU-Mitgliedstaaten könnte sich zu einem erheblichen Problem für die Gestaltung einer einheitlichen Geldpolitik im erweiterten Euro-Raum entwickeln.
Hier wird speziell die Problematik der unterschiedlichen Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der erweiterten Union, gemessen an den relativen Arbeitskosten beleuchtet und Schlussfolgerungen angesichts der gegenwärtigen „Großen Rezession“ gezogen.
Die zugehörige Pressemeldung sowie die Reaktionen der Presse finden sie unter Pressemeldungen
