FIW Trade Indicator

FIW Trade Indicator

Ein mühsames Jahr 2025 für Österreichs Außenhandel

Seit April 2024 publiziert das BMWET auf der FIW-Website monatlich aktuelle und qualitativ hochwertige Schätzungen für nominelle, reale und saisonbereinigte Warenaußenhandelsdaten auf Basis eines vom Institut für Höhere Studien entwickelten ökonometrischen Modells. Dadurch stehen aktuelle Prognosen (sog. Nowcasts) des monatlichen Außenhandels Österreichs – mit einem Vorsprung von mehr als zwei Monaten gegenüber den Veröffentlichungen der Statistik Austria – zur Verfügung. Neben den nominellen Werten weist der FIW Trade Indicator auch preisbereinigte reale Werte aus. Diese realen Außenhandelsdaten geben einen exakten Eindruck über die tatsächlichen Wohlfahrtssteigerungen Österreichs durch den Außenhandel, sie sind zudem saison- und arbeitstagbereinigt. Dadurch unterscheiden sich die Nowcasts von den von Statistik Austria publizierten unbereinigten, nominellen Werten.

Letztes Update: 22.01.2026

Gemäß der aktuellen Schätzung des FIW Trade Indicator werden Österreichs reale Warenexporte das Jahr 2025 mit einem knappen Rückgang von -0,4% gegenüber dem Vorjahr abschließen . Nach einem starken ersten Quartal verlief das weitere Jahr bei den Exporten holprig, ein starkes Finish führte schließlich zu einem versöhnlichen Jahresabschluss. Demgegenüber haben sich die realen Warenimporte 2025 mit einem Zuwachs von +4,3% überraschend dynamisch entwickelt. Insbesondere zu Jahresbeginn hatte die Inlandsnachfrage stark zugenommen und sich erst im Verlaufe des Jahres etwas beruhigt.

Die unterschiedlichen Trends von nominellen Exporten (-0,4%) und Importen (+3,3%) 2025 haben ihren Niederschlag in der Handelsbilanz gefunden. Nach dem historischen Überschuss in der Handelsbilanz des Jahres 2024 ergibt sich für das Vorjahr ein kräftiges Defizit von 4,6 Milliarden Euro.

Das Jahr 2025 war von zwei entscheidenden Sonderfaktoren geprägt, die eine spürbare Erholung des österreichischen Außenhandels verhindert haben. Erstens führte der anhaltende globale Handelskrieg – insbesondere die Zölle der USA – zu erheblicher Volatilität im internationalen Handel. Zweitens fehlte ein Wachstumsimpuls aus der Wirtschaft des Euroraums aufgrund der anhaltenden strukturellen Schwäche des österreichischen Haupthandelspartners Deutschland.

Auch 2026 wird ein kompliziertes Jahr

Für die das Jahr 2026 ist die Ausgangslage differenziert einzuschätzen. Positiv ist zu bemerken, dass zu Jahresbeginn im Unterschied zum Vorjahr die Hypothek eines starken negativen Wachstumsüberhangs im Außenhandel wegfällt. Weiters ist davon auszugehen, dass die stark expansive Fiskalpolitik in Deutschland die Nachfrage im Euroraum beleben wird. Positive Impulse sind darüberhinaus von der Industriestrategie Österreich 2035 zu erwarten. Auf der anderen Seite fehlen leider die Indizien, dass Deutschland die strukturelle Krise der (Automobil-) Industrie in absehbarer Zeit überwinden kann. Zudem setzt sich die Verunsicherung durch die erratische Zollpolitik der USA auch zu Jahresbeginn weiter fort, sodass der Handel mit Drittstaaten substanziell leiden wird.

Der FIW Trade Indicator des BMWET

Statistik Austria publiziert die Daten zu nominellen Exporten und Importen jeweils zu Monatsbeginn mit einer Zeitverzögerung von mehr als 2 Monaten.

Das IHS wurde beauftragt mit State-of-the-Art ökonometrischen Methoden und zeitaktuellen hochfrequenten Daten (Wochen- und Monatsdaten) einen Nowcast (nominelle/reale Exporte und Importe, saisonbereinigt) für den jeweils aktuellen Monat (aktuell Jänner 24 / Statistik Austria publizierte November 23) zu erstellen.

Ab April 2024 wird das BMWET einen Nowcast auf Basis des Modells und jeweils zu liefernder Inputdaten des IHS erstellen.

Durch den Nowcast stehen zeitaktuelle Schätzungen der monatlichen Außenhandelsdaten Österreichs zur Verfügung (Vorsprung auf Statistik Austria > 2 Monate).

Der FIW Trade Indicator weist neben den nominellen Werten auch preisbereinigte reale Werte aus (bei Statistik Austria nur quartalsweise verfügbar). Reale Außenhandelsdaten geben vor dem Hintergrund hoher und volatiler Preissteigerungen einen exakten Eindruck über die tatsächlichen Wohlfahrtssteigerungen Österreichs durch den Außenhandel.

Die Daten des FIW Trade Indicator sind saison- und arbeitstagbereinigt. Verzerrungen durch saisonale Einflüsse bzw. die Lagerung von Feiertagen werden dadurch vermieden. Neben der exakteren Einschätzung der Wachstumsraten des Außenhandels ermöglicht dies auch eine zeitnahe Beurteilung der konjunkturellen Tendenzen im Außenhandel (Stagnation/Aufschwung/Abschwung).

Weiterführende Informationen: Projektbericht des IHS

Rückfragen an:

Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
Dr. Ulrich Schuh
✉ ulrich.schuh@bmwet.gv.at
☎ +43 1 711 00 808810

Institut für Höhere Studien (IHS)
✉ Martin Ertl
🔗 IHS