FIW Annual Report | 2026-05

FIW-Jahresgutachten 2026 Die österreichische Außenwirtschaft

Das Jahr 2025 war von Donald Trumps protektionistischer Handelspolitik und der damit einhergehenden handelspolitischen Unsicherheit geprägt. Mit dem Ausbruch des Kriegs zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite Ende Februar 2026 rückte der Nahe Osten in den Fokus der weltwirtschaftlichen Entwicklungen. Die Blockade der Straße von Hormus löste einen Energiepreisschock aus, der die globale Konjunkturerholung dämpft und insbesondere energieimportierende Volkswirtschaften belastet. Vor diesem Hintergrund schrumpften die österreichischen Warenexporte im Jahr 2025 nominell um 0,5% und real um 1,1%, während die Warenimporte real um 4,8% zulegten. Die Warenhandelsbilanz verschlechterte sich um 8,8 Mrd. € auf ein Defizit von 6,6 Mrd. €.

Das 7. FIW-Jahresgutachten widmet sich der Entwicklung der österreichischen Außenwirtschaft vor dem Hintergrund handelspolitischer Unsicherheiten und geopolitischer Konflikte. Neben einem Rückblick auf das Kalenderjahr 2025 liefert das Gutachten eine kurzfristige Prognose für die Jahre 2026 und 2027, die der unsicheren Energiepreisentwicklung durch zwei Szenarien Rechnung trägt. Im Hauptszenario wird für die österreichischen Warenexporte ein preisbereinigtes Wachstum von 0,7% (2026) und 1,8% (2027) erwartet; im pessimistischen Szenario reduziert sich das Exportwachstum 2026 auf 0,3%. Erstmals widmet sich das Gutachten zudem den monetären Außenwirtschaftsbeziehungen. Im mittelfristigen Ausblick stehen die Folgen der US-Handelspolitik, der Nahost-Konflikt sowie die Neuausrichtung der EU-Handels- und Industriepolitik im Zentrum der Analyse.

Zitationsvorschlag: Oberhofer, H., Christen, E., Astrov, V., Stehrer, R., Ertl, M., Wende, A., Weyerstraß, K. (2026). FIW-Jahresgutachten Die österreichische Außenwirtschaft 2026, FIW – Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft.