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20172016
20.7.2018 : 16:12 : +0200
Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort

 

FIW ist ein Projekt des WIFO, wiiw und WSR im Auftrag des  Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. Die FIW-Kooperationen mit der Wirtschaftsuniversität Wien, der Universität Wien,  der Johannes Kepler Universität Linz und der Universität Innsbruck werden vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung gefördert.

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FIW Pressenotizen 2017

 

Der FIW Policy Brief Nr. 37 "Effekte der US-Präsidentschaft Trump – Neuer Protektionismus" von Univ.-Prof. Gabriel Felbermayr, PhD und Marina Steininger, MSc ist als kostenloser Download unter undefinedhttps://www.fiw.ac.at/ erschienen. 

 

Eine  protektionistischere  Handelspolitik  der  USA  unter  Donald  Trump  könnte  Österreich kurzfristig unter Druck setze, bietet aber auch Chancen. Falls die Nordamerikanische Freihandelszone  aufgehoben  würde,  könnte  Österreich  sogar  profitieren.  Die  aktuellen  Forschungsergebnisse  präsentiert  ifo-Forscher  Gabriel  Felbermayr  am 7. Dezember  bei  einer Vorlesung in Wien.

 

Eine weitere Verschärfung der Abschottungspolitik der USA, wie sie Präsident Donald Trump ankündigt,  könnte  weltweit  gravierende  Konsequenzen  haben.  Auch  Österreich  wäre  von neuen  einseitigen  Zöllen  und  nicht-tarifären  Handelsbarrieren  der  USA  betroffen:  Die  heimische Wohlfahrt - gemessen am Bruttohaushaltseinkommen - könnte um bis zu 1 Milliarde Euro (0,31 Prozent)  sinken.  Durch vergeltende  Maßnahmen  der WTO-Länder  würden  die  Verluste geringer ausfallen: In diesem Fall würden Österreichs Haushalte Wohlfahrtsverluste von etwa 730 Millionen Euro  (0,20 Prozent)  erleiden.  Zu  diesem  Ergebnis  kommt  ein  Policy  Brief  des Kompetenzzentrums FIW (Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft).
Der  Ökonom  Gabriel  Felbermayr,  Leiter  des  Zentrums  für  Außenwirtschaft  am  ifo  Institut  in München, und seine Kollegin Marina Steininger haben für das FIW die möglichen Auswirkungen der angedrohten Handelspolitiken der USA für Österreich simuliert. Ihre Schlussfolgerung: "Ein neuer amerikanischer Protektionismus ist zwar ärgerlich, aber die volkswirtschaftlichen Effekte bleiben für Österreich langfristig verkraftbar, da Österreich über ein ausreichend diversifiziertes Portfolio von Exportmärkten verfügt", heißt es in dem Policy Brief.
Unter Druck geraten würden im Falle einseitiger Handelsbarrieren der USA die österreichische Agrarbranche sowie die ökonomisch bedeutsamen, klassischen Güterbranchen wie der Fahrzeugsektor,  der  Maschinenbau  und  der  Großhandel.  Diese  Branchen  sind  derzeit  für  den Großteil der österreichischen Exporte in die USA verantwortlich. Insgesamt exportierte Österreich  im  Jahr  2016  Produkte  im  Wert  von  knapp  8,7 Milliarden  Euro  in  die  USA.  Das  sind 6,6 Prozent des gesamten Außenhandels.
Andere Auswirkungen ergeben sich, falls die Nordamerikanische Freihandelszone NAFTA aufgehoben würde:  In  diesem  Fall wäre es möglich,  dass  Österreich  sogar  profitiert. In  ihrer  Simulation gehen Felbermayr und Steininger davon aus, dass ein Ende von NAFTA für die USA mit  Kosten  von  rund  37 Milliarden  Euro  verbunden  wäre.  Österreich  könnte  durch  Handelsumlenkungen  mit  einem  kleinen  BIP-Zuwachs  von  35 Millionen  Euro  rechnen.  Eine  angedachte  Reform  der  Unternehmenssteuer  mit  Einführung  eines  Grenzsteuerausgleichs  würde Österreich nur sehr geringfügig - und eventuell positiv - betreffen.
Umfassend präsentiert werden die Ergebnisse des Policy Briefs von Gabriel Felbermayer am Donnerstag, dem 7. Dezember, um 9:15 Uhr bei der "27. AW-Vorlesung" des FIW im österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (Stubenring 1, 1010 Wien, Pressezentrum  im  5. Stock).  Anmeldung  erforderlich  unter  undefinedhttps://www.fiw.ac.at/index.php?id=1048.
 
Wien, am 5. Dezember 2017

Rückfragen bitte an 

Christoph Schwarz, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Tel. (+43) 664/2256646,
undefinedchristoph.schwarz(at)wifo.ac.at

 

Die Pressenotiz kann hier auch als pdf heruntergeladen werden: undefinedProtektionismus der USA könnte Österreich  bis zu 1 Milliarde Euro kosten

 

 

 

Das Kompetenzzentrum "Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft" (FIW) feiert sein zehnjähriges Bestehen mit einer Jubiläumsbroschüre. Bei seiner jährlichen Forschungskonferenz am 9. und 10. November widmet sich das FIW unter anderem den Auswirkungen
des Brexit.

 

Vor zehn Jahren begann das Projekt "Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft" als
kleiner Think Tank  mit dem Ziel, die Öffentlichkeit besser über außenwirtschaftliche Fragen
aufzuklären und die Themen Handel und internationale Wirtschaft in der österreichischen Forschungslandschaft
zu verstärken. Heute ist die Initiative zur weltweit bekannten Marke für internationalen
Handel und zu einem Vorbild für wissenschaftlichen Austausch und Zusammenarbeit
geworden.
Im FIW arbeiten das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), das Wiener Institut
für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) und das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche
Rechenzentrum (WSR) gemeinsam mit drei Universitäten  der Wirtschaftsuniversität Wien,
der Johannes Kepler Universität Linz und der Universität Wien gemeinsam an den Forschungsinhalten.
Auftraggeber ist das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und
Wirtschaft, unterstützt wird das Projekt u. a. von der Oesterreichischen Nationalbank, der Industriellenvereinigung
und dem Bundeskanzleramt.
Inhaltlich begleitete das FIW in den vergangenen zehn Jahren die großen Fragen der internationalen
Wirtschaftspolitik von den Vor- und Nachteilen des Freihandels über die Perspektiven
des österreichischen Außenhandels bis hin zu den Auswirkungen der EU-Mitgliedschaft
und den Handelseffekten des Euro. Zusammengefasst sind die bisherigen Forschungsinhalte
und Leistungen des FIW in einer eigenen 46-seitigen Jubiläumsbroschüre. Die Broschüre gibt
es kostenlos zum Download auf der FIW-Homepage (http://www.fiw.at/).
Am 9. und 10. November widmet sich das FIW in seiner jährlichen Forschungskonferenz u. a.
einem der aktuell drängendsten Themen der internationalen Wirtschaftspolitik: den Folgen
des britischen EU-Austritts. Die Keynote-Speech des britischen Ökonomen Dennis Novy
(University of Warwick) steht unter dem Titel "Who Voted for Brexit? A Comprehensive District-
Level Analysis". In einer Podiumsdiskussion analysieren u. a. der britische Botschafter in
Österreich Leigh Turner, WIFO-Außenhandelsexpertin Elisabeth Christen und Andreas Dür
(Professor für internationale Politik, Uni Salzburg) die Folgen des Brexit.


Die FIW-Forschungskonferenz findet am 9. und 10. November an der Wirtschaftsuniversität
Wien, Welthandelsplatz 1, 1020 Wien statt. Die Keynote Lecture mit anschließender Podiumsdiskussion
findet am 9. November ab 17:00 Uhr im Festsaal 2 (Learning Center) statt. Die Teilnahme
an Keynote Lecture und Podiumsdiskussion (ab 17:45 Uhr) ist kostenlos, eine Anmeldung
ist nicht erforderlich. Informationen zur Veranstaltung gibt es unter www.fiw.at.
Wien, am 8. November 2017
Rückfragen bitte an
Mag. Alexander Hudetz, Tel. (1) 798 26 01/335, alexander.hudetz@wifo.ac.atFIW Studien 2014/15

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